Vorarlberg

Vorarlberg hat gewählt, Endergebnis: GEMEINSAM- Grüne und Unabhängige 6,04 %, 4 Mandate (+/- 0)

GEMEINSAM für ein „gutes Leben für alle“

GEMEINSAM, Grüne und Unabhängige, tritt erstmals mit einer vollen Liste zu den AK-Wahlen an. 70 Kandidatinnen und 70 Kandidaten wollen nicht weniger als „ein gutes Leben für alle“.

Der Sozialarbeiter und Betriebsrat Sadettin Demir ist erneut die Nummer 1 auf der Liste, will sich aber nicht als Spitzenkandidat sehen, zumindest nicht als einziger. „Wir haben 140 Spitzenkandidatinnen und -kandidaten, jede und jeder in seinem Betrieb und in ihrem Umfeld“, erläutert Demir die Philosophie der bunten Liste mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, von Bolivien bis Mauritius. GEMEINSAM – Grüne und Unabhängige  will daher auch auf die üblichen Plakate mit grinsenden Spitzenkandidaten verzichten und auf den direkten Kontakt zu den Kollegen und Kolleginnen. „Wir verstehen uns als Basisbewegung gegen Schwarz-Blau. Die rechte Bundesregierung bläst zum Totalangriff auf die Errungenschaften der Arbeiterbewegung. Da ist es wichtig, dass Menschen nicht ihre Stimme abgeben, sondern ihre Stimme erheben. Die etablierte gewerkschaftliche Stellvertreterpolitik greift da viel zu kurz.“

Das Spitzenteam von GEMEINSAM-Grüne und Unabhängigen (v.l.n.r.): Sandra Walz, Metin Izgi, Annibe Riedmann, Sadettin Demir, Sevinc Kapakli, Marion Lechner. Fotocredits: Dietmar Mathis

Auf Listenplatz 2 kandidiert die Sozialmanagerin Annibe Riedmann, die GEMEINSAM als Stimme für Frauen, Minderheiten, Umwelt und für mutige Lösungen für das 21. Jahrhunder sieht. Zwar würden in allgemeinen sozialpolitischen Fragen von allen Fraktionen ähnliche Positionen vertreten: „Wenn es aber um die Rechte von uns Frauen, um ökologische Themen oder spezifische Anliegen von Minderheiten geht, dann sind wir das Salz in der Suppe.“, stellt Riedmann klar.

Mario Lechner, er kandidiert auf Platz 3, ergänzt: „Es ist wichtig den Sozialstaat zu verteidigen. Genauso bedeutend ist es aber auch, die notwendigen Weiterentwicklungen für die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts mutig zu formulieren. Beispielsweise müssen wir uns gegen den 12-Stundentag wehren, treten aber auch für eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit ein.“ Lechner war vor fast 25 Jahren der erste alternative AK-Rat in Vorarlberg und widmete sich ab 2006 anderen Aufgaben. Er ist inzwischen Personalvertreter in der Stadt Hohenems, vertritt GEMEINSAM unter anderem im ÖGB-Landesvorstand und will nun zurück ins Arbeitnehmerparlament.

Auf Platz vier tritt Sevinc Kapakli an. Sie arbeitet in einer Gewaltschutzeinrichtung für Frauen und hat ebenfalls in den letzten fünf Jahren bereits Erfahrung in den AK-Gremien gesammelt: „Wir treten konsequent gegen die Spaltung unserer Gesellschaft auf und kämpfen für ein gutes Leben für alle.“

Wahlziel von GEMEINSAM ist ein fünftes Mandat, das an den Metallarbeiter und Ersatzbetriebsrat bei der Firma Blum, Metin Izgi ginge. Sollte mit Sandra Walz, ebenfalls Sozialarbeiterin, ein sechstes Mandat erreicht werden, wäre GEMEINSAM erstmals auch mit Stimmrecht im AK-Vorstand vertreten und könnte an Einfluss gewinnen. „Um wirklich mehr bewegen zu können, muss aber die Absolute des ÖAAB fallen.“ Demir sieht dafür durchaus Chancen: „Es mag für Heiterkeit sorgen, wenn Hubert Hämmerle die Bundesregierung als Muppet-Show bezeichnet. Entscheidend sind aber nicht die Bemerkungen eines AK-Präsidenten, sondern die Abstimmungen im Parlament und da hat bislang noch kein einziger Abgeordneter des ÖAAB oder der ÖVP Vorarlberg gegen die Grausamkeiten der Bundesregierung gestimmt. Hämmerle stellt sich nun aber genau für diese ÖVP wieder zur Wahl. Der schwarze Lack bröckelt und dahinter schimmert es türkis. Hämmerle hat ein massives Glaubwürdigkeitsproblem.“

Die AUGE/UG-Liste GEMEINSAM-Grüne und Unabhängige hat bei den AK-Wahlen 2019 mit 6,04 % der Stimmen und 4 Mandaten ihr zweitbestes Ergebnis seit Bestehen erzielt. Wir gratulieren!

Link: GEMEINSAM- Grüne und Unabhängige – AUGE/UG in Vorarlberg